Mi, 1. Juli 2026 - 15:32
Genf zieht seine Kandidatur zurück – Neuenburg und Wallis bleiben weitere Kandidaten
Es ist ein Paukenschlag und doch kommt es nicht überraschend. Das ESAF 2031 wird nicht in Genf stattfinden, hat sich doch das Bewerbungskomitee mit der Stadtregierung bezüglich den Örtlichkeiten nicht einigen können. In der am 1. Juli versendeten Medienmitteilung ist viel Bedauern, aber auch Unverständnis seitens des Bewerbungskomitees zu spüren.

Ein Beitrag von
Redaktion Schlussgang

Ein Beitrag von
Manuel Röösli

Auf dem Platz Plainpalais hätte das ESAF 2031 in Genf stattfinden können, daraus wird nun nichts. Die Stadtregierung von Genf gab dem Bewerbungskomitee den entsprechenden Platz nicht frei.
Fotograf: zvg
Mitte März 2027 wird im Rahmen der Delegiertenversammlung des Eidgenössischen Schwingerverbandes das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest im Jahr 2031 vergeben. Turnusgemäss ist der Südwestschweizer Schwingerverband an der Reihe den Grossanlass durchzuführen. Bisher ist man von drei Bewerbungen ausgegangen:
- Neuenburg-Colombier (zuletzt bereits kandidiert für das ESAF 2016)
- Genf (zuletzt bereits kandidiert für das ESAF 2016)
- Raron-Visp (erstmalige Kandidatur)
Achteinhalb Monate vor der Vergabe zieht Genf nun seine Kandidatur zurück und spricht in einer Medienmitteilung, dass Genf von der Stadtregierung der einmaligen Gelegenheit beraubt wird, das grösste Sportereignis der Schweiz durchzuführen.
Medienmitteilung im Wortlaut
Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest 2031: Das Genfer Bewerbungskomitee sieht sich gezwungen, seine Kandidatur zurückzuziehen
Die Weigerung der Stadtregierung von Genf, den Platz Plainpalais für das Projekt zur Verfügung zu stellen, beraubt Genf der einmaligen Gelegenheit, das grösste Sportereignis der Schweiz auszurichten.
Das Bewerbungskomitee für die Ausrichtung des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes 2031 in Genf gibt mit Bedauern den Rückzug seiner Bewerbung bekannt. Diese Entscheidung ist die direkte Folge der Weigerung der Stadtregierung von Genf, den Platz Plainpalais für die Veranstaltung zur Verfügung zu stellen, obwohl dort seit dem Jahr 2000 mehrere Veranstaltungen mit jeweils 50'000 Besuchern stattgefunden haben.
Der Bau einer Arena mit einer Kapazität von 45'000 Zuschauern auf dem Platz Plainpalais war die einzige Möglichkeit, eine Chance für den Zuschlag zu haben. Die Abgeordneten des Eidgenössischen stimmen im März 2027 darüber ab. Alle anderen Standortoptionen im Kanton wurden geprüft und erwiesen sich als nicht realisierbar, was die Aufrechterhaltung der Kandidatur sinnlos macht.
Eine einmalige Gelegenheit für Genf
Das alle fünfzehn Jahre in der Westschweiz stattfindende Eidgenössische wurde noch nie auf Genfer Boden ausgetragen. Es wäre eine einmalige Gelegenheit gewesen bei einem eventuellen Zuschlag, das größte Sportereignis des Landes auszurichten und damit der Genfer Bevölkerung den Nationalsport und die damit verbundene reiche Kultur näherzubringen, zudem hätte Genf sich mit dem Rest der Schweiz verbinden können. Stadt und Land hätten mit dieser Kandidatur zusammenrücken können.
Eineinhalb Jahre Arbeit und eine bestätigte Machbarkeit
Über ein Jahr lang hat ein Komitee, dem Fachleute und Experten aus allen betroffenen Bereichen angehörten, ein solides Projekt erarbeitet. Dem Gremium gehörten insbesondere der Genfer Schwingerverband, das kantonale Sportamt, das Sportamt der Stadt Genf, der Genfer Sportverband, die Genfer Verkehrsbetriebe, das Kantonale Mobilitätsamt, die Genfer Verkehrsbetriebe (TPG), die Kantonspolizei, Genève Tourismus, AgriGenève und die Stiftung zur Förderung der Attraktivität des Kantons Genf (FLAG) an.
Die Leitung des Projekts lag bei Isabelle Emmenegger, Direktorin des Eidgenössischen Schwingfestes 2016 in Estavayer-le-Lac. Zahlreiche Experten begleiteten die Arbeiten, darunter die Büros Charpentes Concept und Nepsa sowie Gabriel Yerly, Vizepräsident von Estavayer 2016, und Rolf Gasser, Geschäftsleiter des Eidgenössischen Schwingerverbands von 2011 bis 2025.
Die technische Machbarkeit des Projekts wurde von allen Beteiligten, einschließlich der kommunalen Behörden, bestätigt: Es war ehrgeizig, aber realistisch. Da es vollständig eigenfinanziert war, hätte es keine Belastung für den Steuerzahler dargestellt. Bezüglich Nachhaltigkeit war die Kandidatur eine grosse Chance, denn es wurde grossmehrheitlich auf bestehende Infrastrukturen aufgebaut.
Ein einziger Einspruch
Alle an dem Vorhaben beteiligten institutionellen und technischen Partner unterstützten das Projekt. Trotz der anfänglichen Initiative und der starken Unterstützung durch den Kanton Genf hat sich die Stadtregierung der Stadt Genf dagegen ausgesprochen und die Bereitstellung des Platzes Plainpalais abgelehn. Diese Entscheidung, welche die Stadtregierung zu verantworten hat, bedeutet das Aus für eine Kandidatur, die sich alle sämtlichen anderen beteiligten Akteure von ganzem Herzen für die Stadt und den Kanton Genf gewünscht hatten.
Das Bewerbungskomitee bedauert zutiefst, dass Genf aufgrund dieser Ablehnung auf eine Chance verzichtet, die sich mehreren Jahrzehnten nicht wieder bieten wird.
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